Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu ordnen, ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.(Johann W. von Goethe) |
‘Management by Objectives‘Die Kehrseite der Medaille |
InhaltsverzeichnisVORWORT EXECUTIVE SUMMARY EINLEITUNG Generelles über Managementsysteme Geschlossenere Managementsysteme Zusammenfassung der theoretischen Grundregeln des ‚Management by Objectives‘ Zielarten Beachtenswerte Punkte bei der Vereinbarung Leistungsstandards Gründe für den Erfolg von ‚Management by Objectives‘ Informatik als Motor für ‚Management by Objectives‘ Auch positive Faktoren können Nachteile mit sich bringen TIPPS UND HINWEISE ‚MANAGEMENT BY OBJECTIVES‘ AUF DEM PRÜFSTAND Beurteilungskriterien Theorie und Anwendung Direkt und indirekt Zeitfaktor Mächtigkeit Wahrscheinlichkeit und Regelmässigkeit Massnahmen DIE KEHRSEITE DER MEDAILLE Ganzheitliche Zielbetrachtung Umfassende Zielbetrachtung Stress Generell Individuell Beurteilung beider Ursachen Deckung der Unternehmensziele und diejenige seiner Angestellten Verknüpfung ‚Management by Objectives‘ mit dem Lohn ‚Management by Objectives‘ und die Bonushöhe Zeitpunkt der Bonuszahlung Lohnvariable und Konjunkturschwankungen Lohnschwankungen und Konsumausgaben Einkommensunterschiede Einflüsse von Grosskunden und Grossaufträgen Zeithorizont eines Mitarbeiters / Zeithorizont der Unternehmung Qualtitative und quantitative Ziele Top-down-Ansatz Teamarbeit Flexibilität der Zieldefinition Wissen SCHLUSSFOLGERUNGEN ABBILDUNGSVERZEICHNIS LITERATURNACHWEIS |
|
|
|
Vorwort‚Management by Objectives‘ ist ein viel bewährtes Führungsinstrument. Dementsprechend ist es weit verbreitet und die Zahl der Anwender steigt weiter. Theorien über Führungen mittels Zielsetzungen sind eigentlich nicht neu, doch die Fortschritte in der Informatik haben dem Führungsinstrument die bisherigen Grenzen aufgelöst und im Zeitalter des ‚Shareholder Value‘ neuen Auftrieb verliehen. Diese Entwicklung scheint auch nicht in den nächsten Jahren abzubrechen, zumal ‚Management by Objectives‘ von Wirtschaftswissenschaftlern und Führungskräften weiterhin mehrheitlich gelobt wird. Die erfolgreichen Abschlüsse, welche Unternehmungen vorweisen, die das Führungsinstrument gut in ihre Geschäftsabläufe implementierten, tragen zur ‚Management by Objectives‘-Euphorie bei. Neben all diesen positiven Voten findet man in der ganzen Schweiz kaum einer Bibliothek mit wissenschaftlichen Arbeiten, die sich gegen diese Führungsart aussprechen. Ebenfalls schwer aufzutreiben sind Werte, die positive und negative Auswirkungen auf nationaler Ebene empirisch belegen könnten. Zumindest haben die privaten und öffentlichen Institute, welche statistische Auswertungen machen, keine Zahlen zu diesem Thema vorzuweisen und auch wirtschaftswissenschaftliche Institute geben keine Fakten dazu heraus. Um repräsentative Werte zu erhalten, ist eine Umfrage nötig, welche die Möglichkeiten einer einzelnen Person weit übersteigen. Ich habe mich deshalb entschlossen, die ganze Materie auf theoretischem Material, Dokumentationen und Erkenntnissen auf verwandten Wissenschaftsgebieten aufzubauen. Trotz dieser Einschränkung bin ich überzeugt, mit dieser Arbeit sämtlichen bestehenden und zukünftigen Anwendern von ‚Management by Objectives‘ nützliche Hinweise auf Gefahren geben zu können und hoffe, dass dies auf viele offene Ohren stossen wird, so dass gemachte Fehler in Zukunft vermieden werden können und so dieses Führungsinstrument effektiver genutzt werden kann. Bedauerlicherweise wird in der ganzen Arbeit nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form musste aus Gründen der Lesbarkeit weggelassen werden. In der thematischen Abhandlung gibt es aber keine geschlechtlichen Unterschiede und somit sind in der verwendeten Form beide – Mann und Frau – gemeint. Zur Erstellung dieser Arbeit haben viele Freunde und Bekannte beigetragen, denen ich an dieser Stelle meinen Dank aussprechen möchte. Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Verwaltung Zürich und deren Dozenten, welche in ihrem Unterricht ein gesundes Mass an kritischen Hinterfragungen der Lehre gegenüber, die sie vermitteln zulassen. Ganz besonderen erwähnen möchte ich noch Marc John, Sandra Trinkies, Regula Burger und Ursula Tschanz, welche meine Arbeit mit grossem Aufwand korrigierten und konstruktive Kritik anbrachten. |
|
|
Executive SummaryDas vergangene Jahrzehnt in der schweizerischen Wirtschaft war von der Rezession geprägt. Unternehmungen mussten harte Jahre durchstehen und teilweise grosse Verluste verkraften. Schwere Zeiten verlangen oft neu ausgerichtete Taten. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass während den Jahren der Rezession Ausrichtungen, Tätigkeiten und Engagements hinterfragt wurden und darauf auch entsprechende Konsequenzen folgten. Outsourcing und Konzentration auf das Kerngeschäft, Entlassungen und Straffung der Struktur, Profitcenter, aber auch der Shareholder Value sind einige der neuen Punkte, welchen jetzt grössere Beachtung geschenkt wird. In dieser Zeit hat ein Führungssystem grosse Bedeutung erlangt. ‚Management by Objectives‘ ist in vielen, vor allem internationalen, Unternehmungen neu eingeführt worden. Dieses Führungssystem existierte allerdings in ähnlichen Formen schon lange zuvor, jedoch die Bedeutung, die es heute hat, erlangte es erst in der Zeit der Rezession. Nach den ‚sieben Jahren der Dürre‘ sind jetzt bessere Zeiten angebrochen. Die Wirtschaft hat sich von der Rezession erholt und die Unternehmungen können nach den erfolgten Umstrukturierungen wieder grosse Gewinne verzeichnen. Auch das Führen durch Ziele hat sich bewährt und wird vielerorts gelobt. Ist ‚Management by Objectives‘ nur eine ‚Modeerscheinung‘ oder ist es tatsächlich die Führungsstruktur unserer Zeit schlechthin? Bestehen Problemzonen, welche bis zum heutigen Tage noch nicht zum Tragen kamen? In dieser Arbeit sollen die Schattenseiten dieses Managementsystems untersucht werden und Massnahmen aufgezeigt werden, wie man das Risiko eines Schadens minimieren kann. Es wird darauf eingegangen, dass es viele - von Unternehmung zu Unternehmung verschiedene - Anwendungsarten dieser Führung gibt und diese auch jeweils andere Mechanismen auslösen und deshalb auch unterschiedlichen Bedarf an Massnahmen haben. Ausserdem zeigt die Arbeit nuancenhaft den Zusammenhang zwischen den zeitlichen Stossrichtungen der Leistungsentlöhnung, dem Shareholder Value-Gedanken und dem untersuchten Führungssystem. |
Wenn gute Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort.(Friedrich von Schiller |
1. EinleitungHeute werden zahlreiche verschiedene Führungsinstrumente angewendet. In einer Unternehmung lebt man das Prinzip der einen Theorie, während man in einer anderen Unternehumg auf ein zweites Prinzip schwört. Beide Führungsinstrumente können sich in weiten Teilen gleichen – doch der Erfolg könnte nicht unterschiedlicher sein. Andererseits ist es möglich, dass bei ähnlich erfolgreichen Unternehmen die Managementstile total gegensätzlich sind. Dabei hat sich bereits vor einiger Zeit stark herauskristallisiert, dass der Erfolg einzelner Managementtechniken stark von der Persönlichkeit der Führungskraft abhängt. So ist zum Beispiel ein autoritärer Führungsstil bei einem Vorgesetzten mit patriarchalischem Naturell weit erfolgreicher, als wenn die Entscheidungen dieser Person von deren Untergebenen beeinflusst werden könnten. 1.1. Generelles über ManagementsystemeOft ist es so, dass einzelne Techniken als das ‚non plus ultra‘ verkauft und aufgenommen werden. Dabei kann ein einzelnes Managementinstrument, für sich allein angewendet, kein vollständiges Führungskonzept bieten. Die einzelnen Techniken können sich jedoch gegenseitig ergänzen und zusammen ein umfassendes Instrument anbieten. 1.2. Geschlossenere ManagementsystemeEinige Managementtheorien weisen jedoch eine höhere Geschlossenheit auf als andere. Darunter befinden sich laut Dr. Rainer W. Stroebe zum Beispiel: - Management by Delegation - Management by Exception - Management by Systems - Management by Objectives Unter diesen vier Führungstechniken hat sich ‚Management by Objectives‘ als die wohl am besten bewährte Methode herauskristallisiert. Logische Konsequenz daraus ist, dass es sich bei dieser Methode zur Zeit um das bedeutenste Führungsinstrument handelt. Vor allem internationale Gesellschaften haben diesen Stil in ihre Unternehmungspolitik integriert, aber auch nationale Unternehmungen haben die Vorteile von ‚Management by Objectives‘ erkannt und passen ihre Führungstechnik entsprechend an. Vor allem in Dienstleistungsbetrieben und Verkaufsstellen kann die Theorie mit einfachen Mitteln rasch umgesetzt werden. 1.3. Kurzzusammenfassung der theoretischen Grundregeln des ‚Management by Objectives‘Führung durch Zielsetzung baut auf einem Zielsystem auf, an dem alle leitenden Angestellten mitwirken und dessen Teilziele so auf das oberste Unternehmungsziel abgestimmt sind, dass Zielkonflikte weitgehend vermieden werden. Vorgaben, die der Mitarbeiter mitgestaltet hat, veranlassen ihn zu zielstrebigem Handeln. Seine Leistung kann durch den Vorgesetzten am Grad der Zielerreichung gemessen werden. Allfällige Abweichungen lassen sich analysieren. Die Schlussfolgerungen dienen als Grundlage für die Verbesserung in der Planung und in der Geschäftstätigkeit. 1.3.1. ZielartenDie Ziele, die in diesem Führungssystem gesetzt werden, sind in der Regel von operativer Art. Daneben können sie sich aber in vier Eigenschaften unterscheiden. 1. Allgemeine Ziele Verschiedene Ziele können fortlaufend oder wiederholend sein, wobei die quantitative Vorgabe den aktuellen Marktbedingungen angepasst werden kann. 2. Problemlösungsziele Wenn Probleme in der Unternehmung auftreten, welche gelöst werden sollen, kann man deren Bearbeitung in einem Ziel formulieren. Ist der gewünschte Zustand dann wieder hergestellt, ist auch das Ziel nicht mehr nötig. 3. Entwicklungsziele Diese Ziele führen zu einer Kompetenzsteigerung der Mitarbeiter und zu nachhaltigen Optimierungsmassnahmen in Geschäftsabläufen. 4. Kreative und einmalige Ziele Steht eine Unternehmung vor einer Neuausrichtung oder wächst sie stark, kommen Bedürfnisse auf, welche einmaligen Charakter haben. 1.3.2. Beachtenswerte Punkte bei der Vereinbarung‚Management by Objectives‘ basiert auf der Eigeninitiative und –verantwortung der einzelnen Mitarbeiter. Damit diese hinter den vereinbarten Zielen stehen können, ist es wichtig, dass sie sich damit identifizieren. Nur so ist ein Einsatz ohne zwiespältige Gefühle möglich. Dazu müssen aber diverse Punkte beachtet werden: - die Ziele werden miteinander vereinbart und nicht vorgegeben - allerhöchstens 10 Ziele, damit keine Verzettelung entsteht - gemeinsame Festsetzung von Kontrolldaten - Massnahmen zur Zielerreichung, deren Durchführung und Kontrolle weitgehend beim Angestellten liegen - die Ziele dürfen nicht zum Selbstzweck werden 1.3.3. LeistungsstandardsDie verschiedensten Ziele können mit dem ‚Management by Objectives‘ vereinbart werden. Um sicherzustellen, dass die Ziele auch den gewünschten Effekt bringen, ist es wichtig, auf gewisse Leistungsstandards zu achten. Es gilt jede Vereinbarung auf acht Punkte zu überprüfen, so dass man nicht am Ende des Jahres merkt, dass die Ziele nicht auf das angestrebte Resultat zielten. 1. präzise formuliert 2. terminbezogen 3. quantifiziert oder allenfalls qualifiziert und nur in Ausnahmefällen als Aktion beschrieben 4. durch Ober- und Untergrenzen bestimmt 5. integriert 6. widerspruchsfrei 7. realistisch 8. bezüglich der Zielerfüllung beurteilbar 1.4. Gründe für den Erfolg von ‚Management by Objectives‘Es ist kein Zufall, dass sich im Zeitalter des ‚Shareholder Value‘ genau ‚Management by Objectives‘ durchgesetzt hat und nicht irgend eine andere Führungstechnik. Zumal sich viele Unternehmungen auf Punkte wie Service und Qualität fokussierten, wobei dann oft mehr Leistung und bessere Qualität als gefragt mitverkauft wurde, die dem Kunden nicht den entsprechenden zusätzlichen Nutzen brachte. Es liegt nahe, dass man – im Namen des Shareholders – die Bestrebungen mehr auf das Kundenbedürfnis in Kombination mit den Bedürfnissen der Unternehmung richtet oder genauer gesagt: Die Ziele der Unternehmung nach Gewinnmaximierung und Fortbeständigkeit werden optimal auf die Wünsche der Kunden ausgerichtet. Die logische Konsequenz aus dieser Entwicklung ist das starke Ansteigen des Gewinnes im Verhältnis des eingesetzten Aufwandes. Ebenfalls aus dieser Entwicklung resultiert, dass übermässig erbrachte Leistungen gekürzt und zu hohe Qualitätsleistungen reduziert wurden und so unwirtschaftliche Aufwendungen abgebaut werden konnten. Zwei Tendenzen, die, volkswirtschaftlich gesehen, in erster Hinsicht äusserst positiv zu werten sind. 1.5. Informatik als Motor für ‚Management by Objectives‘Der Fortschritt im Informatiksektor hat dazu geführt, dass viele Teilbereiche, Gewinnanteile und geschäftliche Fortschritte sehr rasch, genau und detailliert beziffert und ausgewertet werden können. Diese Möglichkeiten haben besonders dem ‚Management by Objectives‘ weitergeholfen, weil man heute nicht nur die grobe Zielgrösse auf den Mitarbeiter herunterbrechen kann, sondern auch zuverlässige Messgrössen zur Verfügung hat, um die Zielerreichung entsprechend zu kontrollieren und auch während der Messperiode qualitativ hohe Zwischenergebnisse verwenden kann. 1.6. Auch positive Faktoren können Nachteile mit sich bringenDie ganzen Erfolgsstories über Gewinnmaximierung, unter anderem mittels ‚Management by Objectives‘, haben andere – vor allem börsenkotierte – Unternehmungen gezwungen, mit diesem Strom mitzuschwimmen und ihre Geschäftspolitik der allgemeinen Tendenz anzupassen, so dass die Zahl der Firmen, welche mit ‚Management by Objectives‘ führen, gestiegen ist und auch noch weiterhin stetig steigt, weil die bisherigen Geschäftstätigkeiten mit dem neuen Führungsinstrument in finanzieller Hinsicht optimiert wird. Daraus, dass einige Unternehmen ‚Management by Objectives‘ einführen, weil die Konkurenz damit bessere Ergebnisse erwirtschaftet oder weil die finanziellen Erwartungen der Shareholders erfüllt werden müssen, hat es zur Folge, dass heutzutage immer mehr Unternehmen dieses Führungsinstrument mit einer anderen als der ursprünglich zum Instrument gehörenden Motivation einführen. Diese Tendenz kann dazu führen, dass das Führungsinstrument oberflächlich und teilweise fehlerhaft eingeführt wird. |
Donner ist gut und eindrucksvoll, aber die Arbeit leistet der Blitz.(Mark Twain) |
2. Tipps und HinweiseIn der Wirtschaft sind schon lange Tipps und Hinweise vorhanden, auf welche Weise bei der Anwendung von ‚Management by Objectives‘ Probleme vermieden und Risiken minimiert werden können. Ein bereits 1980 erschienenes Werk über dieses Führungssystem hat Erfahrungen zusammengefasst und in 22 praxisorientierten Ansätzen niedergeschrieben , welche hier nachfolgend aufgeführt werden. 1. Ziele zu formulieren ist nicht eine bürokratische Übung, sondern bedarf ernsthafter Anstrengungen, um nutzlose Aktivitäten aufgrund nutzloser Ziele zu vermeiden. 2. Lassen Sie den Mitarbeiter begründen, warum er bestimmte Ziele in das Zielsystem aufnimmt und andere nicht. So sichern Sie die Zielentscheidung ab. 3. Vereinbaren Sie zur Fortschrittskontrolle messbare Zwischenziele, messbar nach Qualität, Quantität, Kosten, Terminen, Güte der Zusammenarbeit. 4. Vereinbaren Sie nicht nur Ziele, die Selbstverständliches beinhalten, sondern auch Ziele, die Aussergewöhnliches anstreben (Durchbruchsziele). Fordern Sie heraus, aber belasten Sie den Mitarbeiter nicht unangemessen. Berücksichtigen Sie die Ideen Ihrer Mitarbeiter und auch Ideen aus anderen Quellen, zum Beispiel ausserhalb des Unternehmens. 5. Leistungs- und selbstbewusste Manager vereinbaren meist auch bessere und höhere Ziele. 6. Ziele müssen realistisch und situationsbezogen formuliert sein. 7. Wenn Ziele nicht aufgrund von Fakten präzise vereinbart werden können, dann arbeiten Sie am besten mit Schätzungen. Geschätzte Ziele sind besser als keine Ziele. 8. Formulieren Sie geringere Zielerreichungsgrade, wenn andere Ihre Ziele für zu optimistisch halten. 9. Ziele können durch nicht vorhersehbare Umstände (Marktveränderungen, politische Krisen) gefährdet werden. Gehen Sie aber bei der Zielformulierung nicht davon aus, was alles passieren könnte, sondern nehmen Sie normale Bedingungen an. 10. Prüfen Sie, ob Ziele wirklich oder nur scheinbar wichtig sind. Fragen Sie: Dient das dem Unternehmen? 11. Ziele werden häufig nicht ehrlich, sondern aus taktischen Überlegungen heraus formuliert, zum Beispiel um ein grösseres Budget zu erhalten. 12. Manche Ziele dienen nur der Selbstdarstellung. 13. Ziele müssen so formuliert sein, dass ihre Erreichung nicht auf Kosten anderer und damit der gesamten Leistung der Organisation geht. Ziele stehen in einer Mittel-Zweck-Beziehung zu den nächsthöheren Zielen. 14. Vereinbaren Sie die Ziele mit dem Mitarbeiter weitgehend gemeinsam. Führen Sie Mitarbeiter, die von ihrer Persönlichkeitsstruktur her ‚abhängig‘ sind, weil sie nicht gelernt haben, unabhängig zu denken, durch allmählich wachsende Partizipation an selbständiges Vorschlagen von Zielen heran. 15. Vertrauliche Ziele können auch mündlich vereinbart werden. 16. Fragen Sie in schwierigen Fällen Menschen um Rat, die Erfahrung im Vereinbaren von Zielen haben. 17. Lassen Sie sich die Voraussetzungen für die Zielerreichung (zum Beispiel mehr finanzielle Unterstützung, mehr Personal, Überstunden) nennen und bei geringem Reifegrad des Mitarbeiters den Plan darlegen, wie die Ziele erreicht werden. 18. Setzen Sie Kundenforderungen in Ziele um. 19. Setzen Sie Ihre Mittel für die wirklich wichtigen Ziele ein, das heisst solche, die eine Wertsteigerung der eingesetzten Mittel versprechen. Scheuen Sie sich nicht, Ziele fallen zu lassen, die unwichtig geworden sind oder sich als nicht erreichbar herausgestellt haben. 20. Manche Ziele werden nicht erreicht. Schliessen Sie daraus nicht, dass ‚Management by Objectives‘ wertlos, sondern dass es schwierig, aber notwendig ist. Grundsätzlich gilt: Ziele sind zu erreichen! 21. Setzen Sie sich mit den Schwierigkeiten auseinander, die Ihre Mitarbeiter bei der Zielerreichung haben, und unterstützen Sie sie auf Anforderung. 22. Korrigieren Sie, wo Ziele nicht erreicht werden, und bestätigen Sie, wenn Ziele erreicht werden. Diese Tipps und Hinweise erfassen aber nur einen Teil der Auswirkungen, welche sich durch die Anwendung von 'Management by Objectives‘ ergeben können. Im nachfolgenden Teil dieser Arbeit soll auf alte, wie auch auf neue Aspekte eingegangen werden. |
Wer wird nicht traurig, wenn der Ertrag einer Arbeit, die er mit Eifer betrieb, ins Nichts welken sieht.(Erwin Strittmatter) |
3. ‚Management by Objectives‘ auf dem PrüfstandDer Erfolg eines Führungssystems ist mehrheitlich auf die Tauglichkeit in ihrem zeitgemässen Umfeld und ihrer konsequenten und korrekten Umsetzung zurückzuführen. Trotz positiver Auswirkungen in den fokussierten Unternehmungszielen können bei einem unvollständig geschlossenen System in weniger beachteten Bereichen Mängel entstehen, welche mit der Zeit aufkummuliert, spürbare Probleme ergeben. Diese werden dann – meistens erst nach Eintritt des Schadens – oft mit grossen finanziellen Mitteln aufwendig korrigiert. Man wird sich dieser vernachlässigter Bereiche bewusst und richtet neu den Fokus, unter Ausblendung anderer, stärker darauf, um die alten Fehler in Zukunft zu vermeiden. Diese Neuausrichtung funktioniert solange, bis in anderen vernachlässigten Bereichen grössere Probleme auftreten. Dann wiederholt sich das Prozedere der Neuausrichtung. Die positiven Aspekte dieses Veränderungsprozesses werden in der Theorie des Changemanagements abgehandelt. Weist ein Führungssystem keine totale Geschlossenheit auf, werden beeinflussende Bereiche unbeachtet vernachlässigt. Diese gilt es nun aufzuspüren und in einem anderem System oder mit anderen Massnahmen zu ergänzen und so potentielle Schäden zu minimieren. Um Risiko, Ausmass und Aufwand zur Schadensminderung der einzelnen Bereiche miteinander zu vergleichen, werden diese nach einheitlichen Kriterien bewertet.
|
Organisation ist die Kunst, andere für sich arbeiten zu lassen. Überorganisation ist die Kunst, andere von der Arbeit abzuhalten.(Jonathan Zenneck) |
4. Die Kehrseite der MedailleIm weiteren Verlauf dieser Arbeit wird nun versucht, Schwachstellen des in der Praxis angewandten ‚Management by Objectives‘ zu lokalisieren. Diese werden dann so gut wie möglich analysiert und nach den im letzten Kapitel beschriebenen fünf Bewertungskriterien beurteilt. Abschliessend sollen praxisorientierte Massnahmen aufgezeigt werden, welche die gefundenen Schwachstellen aufheben sollen. 4.1. Ganzheitliche ZielbetrachtungEine Unternehmung, welche sich das Ziel ihrer langfristigen Erhaltung gesetzt hat, kann ihre unternehmerische Tätigkeit auf verschiedene Subziele ausrichten. Vor einigen Jahren wurden Marktanteile, Ansehen des Labels und Qualität sehr gross geschrieben. Heute wird das Augenmerk vermehrt auf Gewinn und Marge gerichtet. Während man früher bestrebt war zu expandieren und zu diversifizieren, konzentriert man sich heute auf Marktdurchdringung, Outsourcing und Spezifizierung. Zum Teil verursacht diese Neuausrichtung sehr widersprüchliche Handlungen, obwohl sowohl die alte, als auch die neue Strategie der Unterstützung des eigentlichen Zieles gelten: Das langfristige Fortbestehen der Unternehmung sichern und Gewinn zu erwirtschaften. Die Führungspersönlichkeiten versuchen dieses ‚Maintarget‘ nun auf das konkrete Umfeld zu übertragen und mutieren dieses Ziel in messbare Unterstützungsziele in reduzierter Anzahl, welche diese dann wiederum in wenige praxisorientierte Subziele unterteilt werden. Genau auf diesem Prinzip funktioniert auch das ‚Management by Objectives‘. Es versucht, ein gemeinsames unternehmensweites Ziel aufzuteilen. So versucht man, alle Mitarbeiter dazu zu bewegen, in dieselbe Richtung zu ziehen. Das Ganze geschieht aber unter der Annahme, dass die Ziele nicht nur quantitativ und qualitativ unterteilbar sind und auf wenige zentrale Punkte reduziert werden können, sondern auch, dass deren Inhalt durch die Aufteilung nicht verändert wird. Das heisst, man geht davon aus, dass die langfristigen Gesamtziele auf eine jeweilige Messperiode und die einzelnen Mitarbeiter verteilt werden können, so dass keine Veränderung der Stossrichtung besteht. Dabei hat ein Mitarbeiter während einer Messperiode Millionen von Entscheidungen zu treffen, welche wiederum Millionen von kleinen Einflüssen auslösen. Ein Geschäftsabschluss steigert nicht nur den Umsatz oder den Gewinn, sondern ist auch Werbung, Public Relations, die Basis für neue Geschäfte, Know-How-Zuwachs, Steigerung des Marktvolumenanteils, stärkere Bindung zu einem Kunden und vieles mehr. Diese Unzahl von wichtigen und weniger wichtigen Einflussfaktoren werden nun einmal im Jahr auf ein paar wenige – nach Theorie nicht mehr als zehn – Punkte reduziert, welche der Mitarbeiter dann das ganze Jahr hindurch verfolgt und so die Komplexität eines ganzen Geschäftes auf ein Ziel reduziert. Dabei können je nach Interpretation der Ziele, sehr unterschiedlich Handlungen miterfasst werden oder nicht. Hat ein Vertreter den Auftrag Neugeschäfte zu tätigen, ist nicht eindeutig, ob er erneuerte Geschäfte auch miteinbeziehen kann. Oder ein Aquisiteur hat zum Ziel Neukunden zu gewinnen, so kann er – je nach Interpretation – auch einen alten Klienten, welcher umgezogen ist, darunter verstehen. Hat ein Produktionsangestellter den Auftrag einen gewissen Output zu generieren, ist dann der Ausschuss ebenfalls darunter? Beurteilung: 1. Theorie und Anwendung Einer der theoretischen Grundsätze des ‚Management by Objectives‘ lautet, dass die Anzahl der Ziele auf maximal zehn Stück gehalten werden soll, weil man sich nicht explizit auf mehr konzentieren kann. 2. Direkt und indirekt Geschäfte werden vermehrt im Hinblick auf die gesetzten Ziele gemacht. Mit dieser Geschäftspolitik können auch Beziehungen auf die fokussierten Ziele reduziert werden. Primär wird von den Auswirkungen vor allem die Unternehmung selber betroffen. 3. Zeitfaktor Geschäfte kommen immer noch in ähnlichem Umfang zustande. Konzentriert man sich neu auf einzelne Kernthemen, wird man sich in diesen verstärkt etablieren, während andere ‚Nebenthemen‘ darunter leiden werden. Diese Verlagerung der Geschäfte wird sich über mehrere Jahre hinwegziehen und die Auswirkungen werden erst dann sehr stark spürbar, wenn einerseits sich ein Kerngeschäft aus gesellschaftlichen Gründen verändert oder andererseits man wieder in ein vernachlässigtes Geschäftsfeld eintreten will. 4. Mächtigkeit In erster Linie wird die Unternehmung durch die Konzentration aufgrund der Spezialisierung profitieren können. Anderseits werden die entgangenen Beziehungen über vernachlässigte Geschäftsfelder mit der Zeit überproportionale Gewinneinbussen verursachen. 5. Wahrscheinlichkeit und Regelmässigkeit Wird eine Spezialisierung kontinuierlich über eine längere Zeit fortbestehen, ist es zu erwarten, dass im selben Ausmass und mit der selben Kontinuität auch die Vernachlässigung anderer Bereiche fortschreitet. Massnahmen: Spezialisierung und eine Beschränkung auf das Kerngeschäft ist heutzutage eine bewusst vorangetriebene Tendenz. Es ist trotzdem sehr wichtig, dass keine Geschäftsbereiche vernachlässigt werden, auf welche man nicht verzichten möchte. Ziele sollten deshalb sehr genau auf die Vollständigkeit der angestrebten geschäftlichen Tätigkeit überprüft werden. Ausserdem lohnt es sich, von Messperiode zu Messperiode, Ziele neu zu formulieren, so dass man unter anderen Aspekten auf ähnliche Ziele hinsteuert. 4.2. Umfassende ZielbetrachtungEin Mitarbeiter, der seine Jahresziele erhalten hat, geht seiner Arbeit nach und versucht, diese in einem stetigen Prozess auf die vereinbarten Ziele abzustimmen. Er richtet – ganz im Sinne der Theorie – seinen Blickwinkel stärker auf diese Punkte und ordnet diesem Ziel vieles andere unter, zumal er beinahe ausschliesslich daran gemessen wird. Dies hat zur Konsequenz, dass sein eigentlicher Aufgabenbereich sehr stark in Richtung der Ziele verschoben wird. Kommt ein Kunde zur Beratung, wird ihm vielleicht nicht mehr das optimale Produkt empfohlen, sondern eines an dem der Mitarbeiter gemessen wird. Muss ein Angestellter in der Produktion den angesetzten Output erreichen, leidet darunter die Sicherheit. Hat der Einkäufer das Ziel, die Ausgaben zu minimieren, werden möglicherweise Abstriche bei der Qualität der eingekauften Produkte gemacht. Diese Verschiebung vom eigentlichen Aufgabenbereich kann aber zu Mehrkosten führen. Sei es in den genannten Beispielen beim Berater durch Imageverlust, beim Angestellten in der Produktion durch Unfallkosten und beim Einkäufer durch Qualitätsverlust. Beurteilung: 1. Theorie und Anwendung Das Problem der Interessenverschiebung ist in erster Linie anwendungsbedingt. Je mehr die Ziele im Interesse der Unternehmung als im Sinne der Aufgabenerfüllung sind, desto grösser wird die Diskrepanz zwischen Aufgabe und Ziel. Eine vollkommene Übereinstimmung zwischen Aufgabenbereich und Ziel ist unmöglich und auch nicht unbedingt für die Unternehmung sinnvoll. 2. Direkt und indirekt Die Auswirkungen sind mehrheitlich direkt, da die einzelnen Mitarbeiter nicht mehr nur der eigentlichen Tätigkeit nachgehen, sondern vermehrt die Ziele berücksichtigen. 3. Zeitfaktor Quantifizierbare Schäden kommen sehr rasch auf die Unternehmung zurück und können im Gesamtüberblick sicherlich auf eine Verschiebung des Auftrages zurückgeführt werden. Es entstehen aber andere Schäden, wie zum Beispiel der Imageverlust, welcher erst später spürbar ist und dann nur mit sehr viel Aufwand korrigiert werden kann. 4. Mächtigkeit Die Grösse des Problems kann sehr variieren. Einerseits ist das Ausmass der Abweichung des Aufgabenbereiches von den gesetzten Zielen abhängig, andererseits sind die Schäden von Fall zu Fall verschieden. In der Regel wird der Schaden sich in Grenzen halten, kann aber durchaus in Einzelfällen sehr grosse Dimensionen annehmen. 5. Wahrscheinlichkeit und Regelmässigkeit In den meisten Fällen werden regelmässig Situationen entstehen, in denen kleinere Schäden auftreten können. Durch dieses andauernde Risiko ist der Eintritt gewiss, nur das Ausmass wird durch zufällige Faktoren bestimmt. Massnahmen: Die Unternehmensziele müssen so gut wie möglich mit dem eigentlichen Arbeitsinhalt in Übereinstimmung gebracht werden und nur innerhalb dieser Bedingung den Zielen des Unternehmens angepasst werden. 4.3. StressDie Zielsetzung am Anfang des Jahres ist sehr schwer zu bestimmen. Hängt jegliche geschäftliche Tätigkeit doch vom stetig ändernden Marktgeschehen ab, welches zu Beginn einer Messperiode nicht vorausgesagt werden kann. Für diese Fälle gibt es in der Theorie die Möglichkeit, die gesetzten Ziele den veränderten Umständen anzupassen. Wie oft und nach welcher Abweichung es zu der unkorrekten Einschätzung kommt, variiert von Unternehmung zu Unternehmung und wird oft nur in Extremfällen angewendet. Besonders in grossen Konzernen, wo die Vereinbarungen mit jedem einzelnen Mitarbeiter auf den Ziele in der Gesamtunternehmung beruhen, ist eine Anpassung nur sehr schwer möglich. Um ein Optimum aus den Angestellten herauszuholen, ist es wichtig, die Ziele in einer Höhe anzusetzen, welche nur mit einer grossen Anstrengung erreicht werden können. Sind sie zu hoch, ist der Mitarbeiter demoralisiert und wird resigniert, unbeachtet der angesetzten Messlatte, seine Arbeit verrichten. Andererseits sind zu niedrig angesetzte Ziele keine Herausforderung mehr. Hat ein Mitarbeiter seine Aufgabe in der Hälfte der Messperiode erreicht, erachtet er seinen ganzen Arbeitsinhalt als erfüllt und wird mit weniger Einsatz die zweite Hälfte bestreiten. 4.3.1. GenerellIn dem Dilemma zwischen zu hohen und zu niedrigen Zielen, muss der Vorgesetzte versuchen, die Messlatte genau auf der richtigen Höhe anzusetzen. Diese aber so genau wie nötig abzuschätzen, ist nicht möglich, da sowohl alle Grundfaktoren wie Marktlage, Marktentwicklung und Potential der Unternehmung, als auch alle Einflussfaktoren wie Ereignisse aus dem Umfeld und Zwischenfälle nur vage beziffert werden können. Der Vorgesetzte wird also zusammen mit dem Mitarbeiter aus einer Vielzahl von Annahmen ein mögliches Ziel definieren. Dieses basiert in der Regel auf positiven Marktprognosen und unter der Voraussetzung keiner Komplikationen im und ausserhalb des Betriebes, so dass die Wahrscheinlichkeit eines zu positiv gesetzten Zieles grösser ist, als die eines zu tiefen. Ziele, welche auch bei vollem Einsatz nicht oder nur durch grosse Mehrbelastung erreicht werden können, belasten den Mitarbeiter mit unnötigem Stress. Dieser Stress wirkt sich in der Arbeit, aber auch im ganzen Umfeld des Angestellten aus. 4.3.2. IndividuellÄhnliches wie bei der generellen Stresssituation gilt auch bei dem individuellen Druck. Vor allem in Grossbetrieben ist es nicht unüblich, dass die kurzfristigen Unternehmensziele auf die einzelnen Mitarbeiter heruntergebrochen werden und nur bedingt mit der betroffenen Person vereinbart und auf sie angepasst werden. Ein solches Vorgehen führt dazu, dass auch generell gut gesetzte Ziele, die eine Person unter-, dafür aber eine andere überfordert. Diese Ungleichheit muss nicht einmal unbedingt von den ungleichen Fähigkeiten und Talenten herrühren, sondern kann auch durch nicht 100 % identische Aufgabenbereiche auftreten. Müssen zum Beispiel zwei Vertreter dieselben Absatzziele erreichen und dem einen grössere Kunden zugewiesen sind, so kann man nicht daraus schliessen, dass er auch proportional dazu mehr absetzen kann. Es besteht die Möglichkeit, dass in seinen Kundensegmenten eine stärkere Konkurrenz tätig ist oder seine geografisch zugewiesenen Kunden sparsamer mit dem Verbrauchsmaterial umgehen. Somit hat der eine Vertreter mit zu tiefen Zielen sein Potential nicht voll abgeschöpft und der andere setzte sich trotz guter Arbeit und vollem Einsatz unter Stress, weil er seine Ziele nicht erreichen kann. 4.3.3. Beurteilung beider Ursachen
|
Die Früchte der Arbeit und Klugheit reifen spät.(Luc de Vauvenargues) |
5. SchlussfolgerungenNeben den quantitativ messbaren Vorteilen, welche sich durch die Anwendung von ‚Management by Objectives‘ ergeben, hat dieses System auch Nachteile. Einige davon wurden in dieser Arbeit aufgezeigt und sollen Unternehmungen, welche diese Art der Führung anwenden, darauf sensibilisieren, auch diese in den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen. Besonders die Wahl der einzelnen Ziele hat eine grosse Bedeutung und sollte nicht ausschliesslich auf den Geschäftserfolg ausgerichtet werden. Aber auch eine Koppelung mit dem Lohn, die Verteilung der Ziele auf die einzelnen Mitarbeiter und Menge der Ziele birgt negative Konsequenzen in sich, welche sich der Unternehmer bewusst sein muss. Nur nach reichlicher Abwägung zwischen Chancen und Gefahren kann dieses Führungsinstrument mit gutem Gewissen eingesetzt werden. Und selbst dann sollten Massnahmen getroffen werden, die Risiken minimieren können. Das
grösste Problem im Abwägen zwischen den Vor- und Nachteilen
dieses
Führungssystems ist einerseits die Diskrepanz zwischen lang- und
kurzfristigen Auswirkungen und andererseits der Unterschied
quantifizierbarer und nicht quantifizierbarer Konsequenzen.
Während
viele positive Aspekte dieses Führungssystems kurzfristig und
quantifizierbar sind, weisen die negativen Punkte eher die umgekehrten
Eigenschaften, also langfristige und nicht quantifizierbare
Auswirkungen, auf.Hinzu kommt, dass die Unternehmung mehr direkte Profite hat, während die Kosten tendenziell automatisch auf die gesamte Volkswirtschaft überwälzt werden können und deshalb erstens verzögert, zweitens in abgeschwächter Form und drittens aus nicht eindeutiger Quelle zuzuordnene sind. Diese drei Punkte zeigen, dass ‚Management by Objectives‘ vordergründig viel bessere Resultate und vor allem Zahlen vorweisen kann, als wenn man in einer genaueren Betrachtung Umweltveränderungen und zeitliche Verschiebungen miteinbezieht. |
Die Entwertung der Arbeit ist das Ende der Zivilisation.(Simone Weil) |
Anhang6. AbbildungsverzeichnisAbbildung 1; Auflistung der Beurteilungskriterien, ohne Quelle, eigene Darstellung Abbildung 2; Gefahrenpotential, ohne Quelle, eigene Darstellung Abbildung 3; Zeitfaktor, ohne Quelle, eigene Darstellung Abbildung 4; Formel zur Kostenermittlung von Stress, ohne Quell, eigene Darstellung Abbildung 5; Tabelle der Motivationsfaktoren nach Herzberg, Quelle: D. Zumoberhaus, Organisationslehre, 1999, Seite 24, eigene Darstellung Abbildung 6; Darstellung eines Musterverlaufes eines Konjunkturzykluses, Quelle: P. Eisenhut, Aktuelle Volkswirtschaft, 1998, Seite 95, eigene Darstellung Abbildung 7; Wahrnehmung von Auswirkungen, ohne Quelle, eigene Darstellung 7. LiteraturnachweisBücher: Rudolf Borkowsky und Rolf Moosmann, ‚Kleiner Merkur‘, Schulthess Polygraphischer Verlag Zürich, Zürich, 1990 Peter Eisenhut, ‚Aktuelle Volkswirtschaft‘, Verlag Rüegger, Chur, 1998 N. Gregory Mankiw, ‚Grundzüge der Volkswirtschaftslehre‘, Schäffer Poeschel, Stuttgart, 1999 George S. Odiorne ‚Management by Objectives‘, Verlag Moderne Industrie, München, 1980 Horst Siebert, ‚Einführung in die Volkswirtschaftslehre‘, Kohlhammer, Stuttgart, 1996 Rainer W. Stroebe und Guntram H. Stroebe, ‚Führungsstile‘, Sauer-Verlag, Heidelberg, 1996 Zeitungen: Daniel Meier, Sonntagszeitung, ‚Dauerparty für Topverdiener‘, 31. Dezember 2000 Internet: www.swissbroke.ch/risk/aktuell.html vom 20. April 2001 Schulungsunterlagen: Daniel Zumoberhaus, ‚Organisationslehre‘, 1999 |