Tränen

Wo es Licht gab, war auch Schatten,
auch im grellsten Sonnenlicht, das wir hatten.
Ohne Last und völlig unbeschwert,
genoss ich die Wärme, sie war es wert!

Die Augen schloss ich um zu fühlen,
nach Stunden lag ich im feuchten Kühlen.
Um mich schauen, wollte ich,
doch entdeckte nicht mal mich.

Ich sass im Dunkeln ganz allein,
niemand wollte bei mir sein.
Tränen, die aus meinen Augen flossen,
hatten den schwarzen Boden begossen.

In das Erdreich musste es gehen,
liess das Wasser einen Baum entstehen.
Er wuchs empor in Windeseile,
bis zum Himmel, eine ganze Meile.

Erklomm ich ihn, Ast um Ast,
eilte hinauf in unendlich grosser Hast.
Endlich; das Ziel schon ewig verlangt,
bin ich bei der Sonne wieder angelangt.

 
 

 

(zurück zur Hauptseite)

(zurück zum Literaturindex)